Informationen zur Dupuytren´sche Krankheit
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Dupuytren'scher Krankheit
Therapie ohne Operation

 

Therapie-Verfahren bei Dupuytren'scher Krankheit ohne Operation

Was ist im Zusammenhang mit der Dupuytren'schen Krankheit gemeint wenn man vom Stad. 1 oder Stad 3 spricht?

Dupuytren'sche Krankheit Stadium 1 Dupuytren_Stad2

Die Abbildungen oben zeigen eine äußerlich kaum sichtbares Stadium 1 der Dupuytren'schen Krankheit und daneben eine Strangbild mit Streckminderung am Finger, die aber kleiner als 90° ist

Dupuytren Stadium 4Die 3. Abb. zeigt am Kleinfinger das 4 Stadium der Dupuytren'schen Krankheit. Hier ist der Kleinfinger auf über 120° in die Hand eingeschlagen.

Am Mittelfinger dieser Hand besteht ein Stadium 2 der Dupuytren'schen Krankheit.

Müssen vor Einleitung einer Therapie  der Dupuytren'schen Krankheit spezielle Untersuchungen wie Röntgen, Labor und dergleichen durchgeführt werden ?

In vielen Fällen sind solche Untersuchungen nicht erforderlich. In fortgeschrittenen Fällen kann eine Röntgenaufnahme eines stark eingekrümmten Fingers nützlich sein, da dies sich auf die Vorgehensweise in der Operation auswirkt.
Laboruntersuchungen im Hinblick auf Diabetes mellitus oder Erkrankungen der Leber müssen im Einzelfall überlegt werden.

Nervenärztliche Untersuchung können erforderlich werden, bei Verdacht auf eine Epilepsie oder eine begleitende Nervenkompression an der Hand.

 

 

Kann die Dupuytren'sche Kontraktur mit Injektionen , Laser oder Ultraschall behandelt werden ?

Die Wirksamkeit einer Ultraschall-Behandlung, Kortison-Injektion,  Laser-Anwendung  ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Gibt es eine Therapie der Dupuytren'sche Kontraktur mittels Tabletten?

Es hat hier eine Vielzahl von Versuchen gegeben. Am bekanntesten ist die Anwendung von Vitamin E.
Aber auch für Vitamin E gilt, dass eine Langzeitvorbeugung hierdurch wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Beobachtungen und Erfahrungen einzelner Betroffener können solchen wissenschaftlichen Untersuchungen durchaus einmal entgegenstehen:

So berichtete mir einmal ein Patient, der sowohl an einer Dupuytren'schen Krankheit als auch an einer Verkrümmung des Penis bei der Erektion (Induration Penis plastica) litt, dass sein Urologe ihm Vitamin E verschrieben habe. Dem Patienten war der Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen unbekannt.
Er berichtete, dass er zwar keine Änderung der Penissymptome bemerke, wohl aber habe er das Gefühl das der Strang in der Hand weicher geworden sei und weniger unangenehm sich anfühle wenn er etwas festhalte.

 

 

Kann die Dupuytren'sche Krankheit durch Röntgenbestrahlung behandelt werden ?

Strahlentherapeuten, die diese Methode anwenden, argumentieren, dass bei der Bestrahlung im Frühstadium der Erkrankung eine bestimmte Zelle (Fibroblast) , die für das Fortschreiten der Erkrankung mit verantwortlich ist, geschädigt wird. Hierdurch werde der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflußt.

Ob dies wirklich so ist, lässt sich schwer beweisen. Die Wirksamkeit dieser Therapien ist umstritten, da es sehr schwer möglich ist, ihren Effekt zu beweisen. Bei vielen Betroffenen kann die Erkrankung im Frühstadium viele Monaten und Jahre auch ohne jede Therapie unverändert bleiben !

Strahlenschaden nach Bestrahlung Dupuytren HandIn jedem Fall muss jedoch auch die unerwünschte Wirkung einer solchen umstrittenen Therapie bedacht werden : Dies sind direkte Strahlenschäden an der Haut, die sich als "ekzemartige" Hautrötungen zeigen und meist längerfristig abklingen.

Die Abb. links zeigt eine sehr seltene Komplikation einer Bestrahlung bei der Dupuytren'schen Kontraktur. Hier ist die Haut - ähnlich wie bei einer 2. gradigen Verbrennung -  blasenartig abgehoben.

Gerade Menschen mit längerer Lebenserwartung sollten jedoch auch wissen, dass im Langzeitverlauf die strahlenbedingte Entwicklung einer Krebsgeschwulst im Bestrahlungsgebiet möglich ist. (Auch wenn dieses Risiko sehr gering ist !)

In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (Leitlinien) wird die Röntgenbestrahlung der Dupuytren'schen Erkrankung als obsolet (veraltet, nicht mehr anzuwenden) bezeichnet.